Instrument des Jahres 2021

Die Orgel ist das »Instrument des Jahres« 2021

Die Orgel gilt als Königin der Instrumente. Sie ist das größte aller Musikinstrumente, das lauteste und auch das leiseste, das Instrument mit den tiefsten und den höchsten Tönen. Seit 2017 sind Orgelmusik und Orgelbau durch die UNESCO als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt: „Jede Orgel ist ein Unikat, weil sie einzig für den architektonischen Raum erbaut wird, in dem sie erklingen soll. Das für den Orgelbau und die Orgelmusik notwendige hochspezialisierte Wissen und die besonderen Fertigkeiten wurden von Handwerkern, Komponisten und Musikern über Jahrtausende entwickelt.“ (Prof. Dr. Christoph Wulf, Deutsche UNESCO-Kommission)

Seit 2008 küren zahlreiche Landesmusikräte gemeinsam jeweils ein „Instrument des Jahres“. Für das Jahr 2021 haben die Landesmusikräte Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saar, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen die „Königin der Instrumente“ zum Instrument des Jahres bestimmt. Sie ist das erste Tasteninstrument, das zum „Instrument des Jahres“ gekürt wurde.

Die Orgel wurden vor mehr als 2.000 Jahren im hellenistischen Ägypten erfunden und gelangten über Byzanz nach Europa, wo sie seit der Karolingischen Renaissance als Kulturgut bis in die Gegenwart weiterentwickelt wird. Seit dem Mittelalter werden Orgeln aus Europa, wo die meisten Orgeln gebaut werden, in viele Länder weltweit exportiert. Im Orgelbau verbindet sich traditionelles Handwerk mit innovativer Technik der jeweiligen Epoche.

Mit rund 50.000 Instrumenten weist Deutschland die höchste Orgeldichte weltweit auf, 400 Orgelbauwerkstätten kümmern sich bundesweit um deren Pflege und sind an der Entstehung neuer Instrumente beteiligt, die von 3.500 hauptamtlichen und zehntausenden nebenamtlichen Organistinnen und Organisten regelmäßig gespielt werden.